Hintergründe


Ausdünnen

Teile und herrsche …
… nämlich über das Aroma! Wenn Stefan Mesel beim Merlot die Schere ansetzt, dann schneidet er nicht etwa ganze Trauben ab – er teilt sie! Und das Resultat gibt ihm recht: Denn hängen an einer Traube nur halb soviel Beeren, ist die Chance auf volle Reife weitaus höher als sonst. Sämtliche Nährstoffe, die aus dem Boden hinauf in die Reben gelangen, haben somit weniger „Endabnehmer“ und pumpen die verbliebenen Früchte prallvoll mit ihrer Energie. Diese Art der Ertragsreduzierung führt letztlich auch dazu, dass die Trauben länger am Stock hängen bleiben und somit auch den letzten Pfälzer Sonnenstrahl einfangen können. Ein weiterer Vorteil dieser so genannten „Lockerbeerigkeit“ ist, dass die Beeren weniger Angriffsflächen für Krankheiten bieten: Die Trauben bleiben länger gesund und sichern ein einwandfreies Lesegut, das wir ohne große Eingriffe im Keller zu rundum stimmigen Rebensäften verarbeiten können.



 


Barrique





Holzfässer in den Toaster?
Holz ist nicht gleich Holz! Wenn Weingüter ihre übermannsgroßen Fässer aus dem vorvorigen Jahrhundert zeigen, dann mag das ja einen gewissen historischen Charme haben – aber zum Ausbau von modernem Wein taugen diese Relikte nur selten. Für Klaus Mesel, der in unserem Betrieb hauptsächlich für die „Kellerarbeit“ zuständig ist, kommen daher nur neuere und kleinere Eichenholzfässer in Frage – und die müssen auch noch „getoastet“ sein!

Was für den Laien dabei etwas seltsam klingt, ist jedoch ganz einfach zu erklären: „Toasting“ nennt man im Winzerdeutsch das Verfahren, nach dem ein 220-Liter-Fass – das so genannte „Barrique“, vor seiner ersten Füllung innen sachte ausgeflammt wird. Der Effekt ist schmeckbar. Lagert beispielsweise der Mesel’sche Cabernet Cubin für etwa zwei Jahre in einem solchen „Bett“, so wird sein ureigenes Aroma faszinierend ergänzt durch Nuancen von Dörrpflaumen, Kaffee und Vanille. Außerdem entwickelt sich gerade der tiefrote Cubin trotz seines überdurchschnittlich hohen Gerbstoffanteils durch die natürliche behutsame Sauerstoffzufuhr während der Lagerung zu einem reifen und runden Spitzenwein.




Verschlüsse

„Alles neu macht der Mai!“

unter diesem Motto hat sich im Weingut Mesel einiges an den Flaschenverschlüssen getan.

Noch vor 5 Jahren hatten alle Flaschen im Weingut Mesel einen traditionellen Naturkork. Der Naturkork hat die größte Akzeptanz und sieht am besten aus. Er ist ein Naturprodukt aus der Rinde von Korkeichen. Wie jedes Stück Holz ist ein Kork ein Unikat. Jeder Kork ist ein bisschen anders und leider ist auch mancher Kork nicht fehlerfrei. Dem einen fehlt es an der Dichtigkeit, der andere verursacht einen Korkgeschmack die meisten sind jedoch fehlerfrei. Mit diesen Naturkorken verschließen wir heute unsere sehr guten Weine da der Naturkork einfach dass beste Image hat.

Vor 3 Jahren haben wir die ersten Flaschen mit einem Kunstoffkorken verschlossen. Vom Ergebnis sind wir begeistert. Keine Flasche hat Kork und jede Flasche ist 100% dicht. Die Hersteller empfehlen jedoch den Wein nicht länger als 4 Jahre mit diesem Verschluss zu lagern. Der Kork ist zwar dicht gegenüber dem Wein aber wie ein Naturkork ist er nicht gasdicht er lässt also immer wieder Luft an den Wein. Durch diese Luft reift der Wein und sollte daher nach 4 Jahren getrunken sein. Mit diesem Verschluss versehen wir unsere guten Weine.

Im März 2006 haben wir unseren Portugieser Rotwein zum erstenmal mit einem Drehverschluss gefüllt. Der Drehverschluss ist absolut wein und gasdicht der Wein reift langsamer als mit einem Natur oder Kunstoffkork Die Flasche ist gut zu öffnen und auch wieder gut zu verschließen. Technisch die beste Lösung. Diese Verschlußart werden wir für unsere Literflaschen verwenden.

Und was bringt die Zukunft?

Gespannt sind wir auf verlässliche Ergebnisse zum Glasskorken. Ein optisch sehr ansprechender Verschluss der seine Praxistauglichkeit aber noch nicht ganz bewiesen hat und zurzeit etwa 3 mal teurer wie ein guter Naturkork ist. Vielleicht ist er der zukünftige Verschluss für unsere sehr guten Weine.

Aber eines ist sicher im Wein liegt die Qualität nicht im Verschluss!